SaMär18

Trainingslager Frauen 1 in Guimaraes (Brito) 

Am Freitag, 3. März 2017 trafen wir uns um 8 Uhr in Basel am Flughafen. Zwei Langschläferinnen stiessen eine halbe Stunde später zu uns. Somit bestand unsere Reisegruppe aus 11 Spielerinnen, 2 Trainern, Marcos Vater, zwei wunderschönen Kindern und Marcos Frau. Der Flug verlief problemlos und wir kamen um ca. 12.30 Uhr in Porto an. Nachdem unsere drei Mietautos abgeholt waren, brachten uns die „Einheimischen“ in ein traditionelles portugiesisches Restaurant. Es gab Fleisch, Pommes, Reis, Apérogebäck und Bacalhao. Die anfänglichen kulinarischen Bedenken waren mit diesem feinen Essen schnell verflogen und zum ersten Mal durften wir das enorm familiäre und gemeinschaftliche Essen in Portugal miterleben, bei dem der Wein natürlich nicht fehlen durfte. 

Nach dem Essen fuhren wir gemeinsam zu unserer Unterkunft, die wir für die nächsten fünf Nächte beziehen durften: Francisco Goncalves’ Villa! Wir richteten uns in den vielen Zimmern ein und sogleich wurde das Haus von uns elf Frauen in Beschlag genommen. 

Kurz darauf machten wir uns für das erste Training bereit. Es regnete übrigens in Strömen, doch alle freuten sich auf Bewegung und waren gespannt auf den Fussballplatz. 

Nach mehr als einer Stunde Training im Regen hatten die Trainer genug und wir fuhren wieder zurück, um (warm oder kalt ;) ) zu duschen. Nach dem Duschen liessen wir den Abend in einem der ca. 100 Shoppingcenter, die es in Guimaraes im Umkreis von 15km gibt, ausklingen. 

Am Samstagmorgen gingen wir als Erstes gemeinsam frühstücken. Wir fuhren mit den Mietautos zu Miguels Lokal, dem Cousin von Carlos. Ohne eine Reservation und ohne Ankündigung schafften es die Portugiesen in den Pastelarias, innerhalb von wenigen Minuten eine mindestens 13-köpfige, hungrige Meute zufrieden zu stellen und mit feinem Gebäck, typisch portugiesischem Kaffee und jeder Menge Extrawünschen (rotes Brötchen, gelbes Brötchen, schwarzes Brötchen, Brötchen mit oder ohne Kernen, weisses Brötchen, Baguette, ohne Butter aber mit Nutella, mit Butter und Gonfi, ohne Butter aber mit Gonfi, mit Butter und Nutella, Toast mit Käse oder Toast mit Käse und Schinken, Schoggiweggli, Gipfeli, rotes Gipfeli .... ) zu verwöhnen. 

Und das alles für durchschnittlich 2 Euro pro Person. Diese Frühstücke entwickelten sich zu einem Highlight, auf das sich alle jeden Tag freuten. 

Gestärkt und mit Aussicht auf einen sonnigen Tag machten wir uns auf, die 45 minütige Fahrt nach Porto in Angriff zu nehmen. Wir planten, den Tag in Porto in der Stadt zu verbringen und am Abend das Spiel FC Porto gegen Madeira im Estádio do Dragão anzuschauen. Wir besuchten verschiedene Läden und liefen über den faszinierend grossen und schönen „Ponte Dom Luis I“, der über den Douro führt, um auf die andere Seite, die Portweinkellerseite, zu gelangen. Witzige Fotosessions, gefährliche Akrobatik auf dem Geländer, Spaziergänge durch das Städtchen, den Hammermann herausfordern und flanieren am Flussufer prägten den Nachmittag in Porto. Am Abend fand wie gesagt das Spiel des FC Porto statt. Wir hatten gute Plätze im oberen Stockwerk des Stadions, inmitten der Portofans. 

Einmal ein grösseres Stadion mit unglaublich lauten und positiven Fans zu sehen, mitzufiebern und 7 Tore zu bejubeln und am Portostand einen Juveschal zu kaufen, war für uns alle ein besonderes Erlebnis und das Torjubellied wird uns noch lange an das Spiel erinnern. 

Ein weiteres spezielles Erlebnis hatten wir dann noch auf der Heimfahrt. Ein Auto ging verloren und die Jungfraktion um Fahrerin Natacha machte Bekanntschaft mit bös aussehenden, bewaffneten und englisch sprechenden portugiesischen Polizisten. 

Ausgelaugt vom anstrengenden ersten Tag, mit vielen positiven (und einigen angsteinflössenden) Erlebnissen und Erfahrungen fielen wir in unsere Betten. 

Am Sonntag begann unser Tag wieder mit einem tollen und leckeren Frühstück in einer anderen Pastelaria. Danach hatten wir die Gelegenheit, Padel als neue Sportart kennenzulernen und auszuprobieren. Wir fuhren zum FamePadel Center von Marcos Cousin Pedro, teilten uns in Zweierteams auf und spielten ein Turnier in zwei Gruppen. In den Spielpausen vergnügten wir uns auf dem Indoorfussballfeld, auf dem Trampolin oder beim Ausruhen auf den Sofas. Überraschenderweise wurde das Turnier von unseren Trainern und Padel-Halbprofis Marco und Carlos gewonnen. Es wurden aber auch noch andere Padel-Talente, solche aus unserer Mannschaft, entdeckt. 

Nach dem Padelturnier gingen wir wieder in „unsere“ Villa zurück, um zu duschen. Dieses Mal mussten wir uns etwas sputen, damit es für alle warmes Wasser gab und wir pünktlich zum nächsten Programmpunkt bereit waren. Wir fuhren nach Guimaraes ins Zentrum, denn wir hatten das Glück, dass Marco uns Tickets in der VIP-Lounge des Estádio Dom Afonso Henrique besorgen konnte. Es spielte die zweite Mannschaft von Vitoria Guimaraes. Ein sehr schönes, spezielles Erlebnis, auf diesen bequemen Stühlen zu sitzen, als einzige einen Hintereingang benutzen zu dürfen und in der Pause gratis Wasser und Kaffee zu bekommen! Auf dem Heimweg gaben wir unsere Euros im Decathlon aus. 

Zum Abendessen waren wir bei der Familie Machado Lopes eingeladen. Was uns dort erwartete, hätten wir uns so nie vorgestellt. Ein langer Tisch, mit unglaublich vielen selbstgemachten Köstlichkeiten und portugiesischen Spezialitäten bedeckt, stand bereit und liess uns einladend Platz nehmen. Nachdem alle von allem probiert hatten (sogar vom Pouletmagen) und schon reichlich satt gegessen waren, kam die Hauptspeise: jede Menge grilliertes Fleisch und Salate! Wir wurden so verwöhnt! Wir genossen den Abend ungemein und möchten uns an dieser Stelle ganz herzlich bei der Familie Machado Lopes für ihre Gastfreundschaft bedanken. 

Nach dem Essen sassen wir vor dem Kaminfeuer zusammen und spielten Spiele, bis wir ein weiteres Mal an den Tisch gerufen wurden. Uns wurde nun auch noch Caldo verde und Dessert serviert. Kugelrund rollten wir spät nachts ins Bett. 

Obschon uns Carlos’ und Martas Familie liebevoll unterstützt haben beim Versuch, unsere Trainer zu einem freien Morgen zu überreden, startete unser Tag morgens mit einem weiteren tollen Frühstück und einer Sporteinheit. Wir bekamen die Möglichkeit einer geleiteten CrossFit-Lektion. Alle haben motiviert die verschiedenen Kraftübungen absolviert, obwohl man schnell wusste, wie man die Muskeln danach spüren würde. Während dem CrossFit spielten Marco und Carlos eines ihrer Padel-Meisterschaftsspiele gegen zwei unangenehme Gegner. Selbstverständlich haben unsere beiden Trainer dank (oder trotz J ) unserer lautstarken Unterstützung gewonnen. 

Nach dem Duschen fuhren wir nach Braga und assen in der Taberna Belga die hochgelobten, typisch portugiesischen Francesinhas. Danach folgte der kulturelle Teil. Wir fuhren ein Stück weiter und besuchten den bezaubernden Braga Parque mit den gewaltig schönen Bom Jesus und Sameiro. Es entstanden gefühlte tausend weitere Gruppen- und andere Fotos, von denen sich jedes einzelne lohnt! Wunderschöne Ausblicke, Landschaften und liebevoll gebildete Gebäude und Konstruktionen bleiben dank den Bildern noch lange in Erinnerung. 

Nach diesen anstrengenden, aber sehr lohnenswerten Besichtigungen (inklusive optischer Täuschung und aus Zauberkraft rüchwärts fahrendem Auto) liessen wir den 

letzten Abend beim Bowlingspielen ausklingen, wobei ein wahres Bowlingtalent entdeckt wurde.

Am Dienstag morgen konnten wir zum letzten Mal unser neu entdecktes Lieblingsfrühstück Galao und Torrada geniessen, bevor wir uns ein zweites Mal auf den Fussballplatz begaben. Wir trainierten intensiv und konzentriert, denn es winkte ein Ausflug ans Meer. Beim Duschen wurden wir immer schneller und so machten wir uns schon bald auf den Weg nach Povoa de Varzim am Meer. Wir genossen den zweiten Tag ohne Regen und spazierten gemeinsam den Strand entlang. Dabei entdeckten wir noch eine für viele neue und sehr faszinierende Sportart: Footvolley. Nach einem kurzen Stopp in einem Kaffee und verschiedenen Laufstegpräsentationen und den obligatorischen Gruppenfotos fuhren wir wieder zurück. Auf dem Heimweg machten wir Halt im Outlet, damit auch sicher alle noch etwas kaufen konnten. 

Das letzte Abendessen nahmen wir wieder alle zusammen ein. Dieses Mal ging es ins Restaurant Pevidem 4. Wir genossen das portugiesisch familiäre Essen ein letztes Mal in vollen Zügen, bevor wir dann schon bald die Koffer packen mussten und uns für wenige Stunden ins Bett legen konnten. 

Am Mittwoch fast pünktlich um 3.45 Uhr fuhren wir los zum Flughafen Porto. Über den Rückflug zu schreiben, lohnt sich nicht. EasyJet lässt grüssen ... 

Trotz des mühsamen Endes waren die Trainingslagertage ein voller Erfolg! Die Mischung aus Sport, Freizeit und den Entdeckungen in Portugal war perfekt, wir hatten es toll zusammen und haben uns gegenseitig noch besser kennengelernt. Vor allem haben wir davon profitiert, dass wir von Marco und Carlos geführt wurden und so an Orte kamen und Dinge erlebten, die wir alleine nie in dieser Form kennengelernt hätten. Vielen Dank für die ganze Organisation und euren Einsatz. Es war einfach schön!

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